Abistreich: Heute übernimmt die Oberstufe
Am Morgen des Abistreichs zeigte sich schnell, dass der Schulbetrieb an diesem Tag unter leicht veränderten Bedingungen stattfinden würde. Die Abiturientinnen und Abiturienten hatten vorgesorgt.
Ein Klassenraum war durch einen selbstgebauten „Laser“-Parcours gesichert: Mit zahlreichen gespannten Fäden wurde der Gang zur Herausforderung für alle, die sich fortbewegen wollten, ohne dabei ihre Würde zu verlieren. Der Durchgang war möglich – verlangte jedoch Konzentration, Beweglichkeit und gelegentlich das Umdenken in der eigenen Routenplanung.

Auch die Nutzung einzelner Räume wurde neu interpretiert. Ein Klassenzimmer erfüllte kurzfristig die Funktion einer Disco, inklusive Musik und Lichteffekten. In einem weiteren Raum entstand ein Spielezimmer, das den schulischen Ernst für eine Weile erfolgreich außer Kraft setzte.


Besonders konsequent war die Lösung für einen Raum, der von innen verbarrikadiert wurde: Tische und Stühle bildeten eine solide Barriere vor der Tür. Der Raum war damit eindeutig definiert – nicht zugänglich, nicht verhandelbar und ganz offensichtlich nicht für Unterricht vorgesehen.

Der Abistreich zeigt jedes Jahr wieder, wie man Regeln kurzzeitig beugt, ohne sie zu brechen. Für die Abiturientinnen und Abiturienten war es einer der letzten gemeinsamen Auftritte, bevor der Fokus endgültig auf die Abiturprüfungen wechselte.
